Crossgolf: Urbanisierung eines Elitesports
Mittwoch, 15. August 2007 von Alex[Interview mit Armin auf www.ka-mpus.extraherz.de, Januar 2007]
Lust auf Golf, aber abgeschreckt von hohen Preisen, elitärem Gehabe und strengen Regeln? Dann besorg dir einen Schläger, ein paar Bälle und ab geht’s auf die nächste große Wiese. Crossgolf ist eine der Trendsportarten und nicht nur für Studenten mit kleinem Geldbeutel interessant.
„Das Geile an Crossgolf ist das Feeling, in der Natur zu sein und das Gefühl des perfekten Schlags, wenn man den Ball richtig trifft und wirklich 200 Meter weit schlägt“, schwärmt der 23jährige Armin Harbrecht, Student des Wirtschaftsingenieurswesens an der Universität Karlsruhe. Das kann soweit auch jeder normale Golfer bestätigen. Schwieriger mit den Gemeinsamkeiten wird es, wenn man in Alltagsklamotten, mit Musik und Bier ungezwungen ein paar Löcher spielen will. Was bei Golfclubs völlig unmöglich ist, ist bei Crossgolfern an der Tagesordnung und macht den Unterschied zum gewöhnlichen Golf aus: Der Verzicht auf nahezu alles, was den normalen Golfsport für die Crossgolfer langweilig macht. Gerade das betont Armin: „Crossgolf ist auch Einstellungssache: Sich treffen, spielen und in der Natur ein paar lockere Schläge machen“, hebt er die soziale Komponente des gemütlichen Beisammenseins unter Freunden hervor. Zurück zu den Wurzeln sozusagen. Denn so begann Golf vor vielen hundert Jahren. Schottische Schäfer spielten querfeldein auf frei wählbare Ziele.
Und der wichtigste Unterschied: Crossgolf verzichtet auf strenge Regeln, Etikette und die zum Teil horrenden Summen, die zusätzlich zu der ebenfalls nicht billigen Ausrüstung für Mitgliedschaften, Platzbenutzung und dem Golfführerschein, der so genannten Platzreife, anstehen. Das kommt gerade den oftmals notorisch klammen Studenten entgegen, erst Recht im Angesicht der bald fälligen Studiengebühren. Für die geplanten 500 Euro kann ein Golfer sich ein billiges Komplettset kaufen und höchstens zwei Jahre in einem Club als Student spielen. Der Crossgolfer hingegen besorgt sich gebrauchte Ausrüstung sowie Bälle und investiert den Rest lieberin eine Reise in tropischere Gefilde, um dort seinem Hobby zu fröhnen.

