Golfen in einer alten Fabrikhalle
Dienstag, 14. August 2007 von Alex[Interview mit Armin auf www.e-fellows.net, 28.04.2005]
Viele e-fellows studieren nicht nur, sondern machen auch für ihr Leben gern Sport. In unserer neuen Serie stellen wir jede Woche einen besonders sportlichen Stipendiaten und seinen persönlichen Lieblingssport im Interview vor.
“Besonders sportlich” - damit meinen wir nicht nur die Leistungssportler unter den e-fellows. Obwohl mancher e-fellow schon bei den Olympischen Spielen oder Weltmeisterschaften vorne dabei war und auch Evi Sachenbacher, Olympia-Siegerin und Weltmeisterin im Skilanglauf, Alumna von e-fellows.net ist. “Besonders sportlich” finden wir auch Stipendiaten, die eine besondere, ausgefallene Sportart mit viel Leidenschaft betreiben - ob Fallschirmspringen, Crossgolf, Federfußball oder Bauchtanz. Das Spektrum ist groß und könnte den ein oder anderen dazu anregen, eine neue Sportart zu beginnen.
Eigentlich fing e-fellow Armin (22) nur in einer Sandgrube mit Golf an, weil es billiger war als im Club. Doch bald merkte der angehende Wirtschaftsingenieur von der Uni Karlsruhe, dass die Freistil-Variante des etwas steifen Sports auch mehr Spaß macht - und wurde überzeugter Crossgolfer.
Was genau ist Crossgolf?
Crossgolf ist nahe verwandt mit Golf – es führt zu den Wurzeln des Golfsports zurück. Genau wie früher die Schotten, die vor einigen hundert Jahren Golf erfunden haben, spielt man Crossgolf nicht auf dem gepflegten Grün der Clubs, sondern dort, wo es einem beliebt. Das können Baustellen, Wald- lichtungen, Sandgruben oder auch alte Fabrikanlagen sein. Neben den besonderen Plätzen unterscheidet sich Crossgolf vom normalen Golf darin, dass es keine Regeln gibt. Jeder entscheidet selbst, wie er spielen möchte. Mal kann ein Abfalleimer das Ziel sein, dann ein Baum oder man buddelt sich das Loch eben selber in den Sand.
Ist der Sport überhaupt legal?
Auch wenn das Spielen ohne Regeln sehr groß geschrieben wird, gilt ein ungeschriebenes Gesetz: “safety first”. Es wird also nur dort gespielt, wo sich absolut keine anderen Menschen
befinden, die durch herumfliegende Bälle getroffen werden könnten. Da es kein Gesetz gibt, das Crossgolfen an sich verbietet, hängt die Legalität letztlich nur noch davon ab, ob man auf dem Platz, auf dem man spielt, das auch darf.
Heißt Crossgolf auch Kritik am noch immer leicht elitären Club-Golf?
Nicht wirklich. Oft spielt auch einfach nur der Preis eine Rolle, wenn jemand lieber auf der nächsten Waldlichtung als im nächsten Club golft. Die meisten Crossgolfer machen es aber wohl auf Grund des einmaligen Flairs, wenn sie zum Beispiel in einer heruntergekommenen Fabrikanlage Golfbälle schlagen. Ich würde das eher mit Skifahren und Snowboarden verglei- chen. Crossgolf ist neu und cool und irgendwann wird es vielleicht sogar Golfclubs geben, die spezielle Anlagen für Crossgolfer eingerichtet haben.
Was sagen deine Freunde dazu, dass du Golfbälle durch Sandgruben und alten Fabriken prügelst?
Die finden das cool. Meinen Bruder und zahlreiche Freunde habe ich schon von diesem neuen Kultsport überzeugen können.
Wie bist du eigentlich zum Crossgolf gekommen?
Mit einem Schulfreund wollte ich einfach mal das Golfen ausprobieren. Eine große Sandgrube in der Nähe bot sich als perfektes Übungsgelände an. Das traditionelle Golfen hatte uns dann schon gar nicht mehr interessiert. Denn im “Freien” war es viel spannender und lustiger, was uns andere Crossgolfer nur bestätigen konnten. Da es uns selber sehr schwer gefallen ist, an günstige Schläger zu gelangen - einen kompletten teuren Golfschläger-Satz braucht man nämlich nicht - haben wir uns einfach entschieden, unseren eigenen Crossgolfladen http://www.holzundeisen.de/ im Internet aufzumachen.
Was machst du, wenn du nicht gerade Crossgolf spielst?
Ich reise sehr gerne und nütze jede freie Minute, um ein weiteres Stück Welt zu erkunden. Damit das Studium nicht zu theoretisch abläuft, engagiere ich mich außerdem noch bei der studentischen Unternehmensberatung delta e.V., im letzten Jahr sogar als Vorstand.


